Totale Knieprothese (TKA)
Eine totale Knieprothese kommt erst in Betracht, wenn die Arthrose mehrere Knieabschnitte betrifft und Schmerzen, Bewegungseinschränkung oder Fehlstellung den Alltag deutlich beeinträchtigen.
Wann ist eine totale Knieprothese sinnvoll?
Eine totale Knieprothese kommt in Betracht, wenn die Knie-Arthrose so weit fortgeschritten ist, dass konservative Behandlungen nicht mehr ausreichen und die Lebensqualität deutlich eingeschränkt ist.
- Starke Schmerzen trotz Medikamenten und Spritzen
- Nachtschmerzen und Ruheschmerzen
- Deutliche Bewegungseinschränkung (Streck- und Beugedefizit)
- Deformität (X- oder O-Beinstellung)
- Alltagsaktivitäten stark eingeschränkt
Nicht jeder Patient mit Arthrose benötigt eine Prothese. Die Entscheidung hängt vom Ausmaß der Gelenkzerstörung, dem Alter, dem Aktivitätsniveau, den persönlichen Zielen und dem Erfolg bisheriger konservativer Maßnahmen ab.
Welche Alternativen gibt es?
Vor einer totalen Knieprothese sollten gelenkerhaltende Optionen geprüft werden. Die Wahl hängt vom Ausmaß der Arthrose, der Anatomie und Ihren persönlichen Zielen ab.
Osteotomie
Korrektur von O-Bein oder X-Bein zur Schonung des Gelenks. Sinnvoll bei lokaler Überlastung und noch erhaltenem Knorpel.
Mehr erfahren →UKA
Partielle Prothese: Nur das geschädigte Kompartiment wird ersetzt. Kreuzbänder und gesunde Anteile bleiben erhalten.
Mehr erfahren →TKA
Totale Prothese: Das gesamte Gelenk wird ersetzt. Eine bewährte Option bei fortgeschrittener Mehrkompartment-Arthrose, wenn gelenkerhaltende Optionen nicht mehr ausreichen.
Wie läuft die Operation ab?
Bei einer totalen Knieprothese werden die geschädigten Knorpel- und Knochenanteile am Oberschenkel-, Schienbein- und Kniescheibenteil entfernt und durch ein künstliches Gelenk ersetzt.
Dauer
Etwa 60–90 Minuten
Anästhesie
Vollnarkose oder Regionalanästhesie (Spinal)
Zugang
Vorderer Hautschnitt über dem Knie
Minimal-invasiv
Muskelschonende Techniken möglich
Unterstützende Technologien
Je nach klinischer Ausstattung und Fallplanung können navigations-, robotik- oder patientenspezifische Verfahren eine Rolle spielen.
Kinematische Ausrichtung
In geeigneten Fällen wird die Prothesenposition an Anatomie, Beinachse und Bandspannung angepasst.
Die Behandlung degenerativer Kniepathologien und die Knieendoprothetik erfolgen im klinischen Umfeld des Zentrums für Orthopädische Chirurgie der Eifelklinik St. Brigida, in enger Zusammenarbeit mit erfahrenen Kollegen wie Dr. med. Andreas Bell.
Kinematische Ausrichtung in geeigneten Fällen
Die kinematische Ausrichtung ist ein Ansatz für die Knieprothetik. Statt einer rein standardisierten, mechanischen Ausrichtung wird die Prothese stärker individuell an die natürliche Anatomie angepasst.
Jeder Mensch hat eine einzigartige Knieanatomie. Die Oberschenkel- und Schienbeinachsen variieren erheblich. Bei der kinematischen Ausrichtung respektiert man diese Individualität und positioniert die Prothesenkomponenten entlang der persönlichen Bewegungsachse.
Die Datenlage: Studien zeigen vielversprechende Ergebnisse bei geeigneten Patienten, besonders hinsichtlich subjektiven Empfindens und Zufriedenheit. Die Langzeitdaten werden weiter gesammelt. Ob kinematic alignment für Sie sinnvoll ist, hängt von Anatomie, Bandspannung, Achse, Implantatwahl und Behandlungsziel ab.
Mehr zur kinematischen Ausrichtung →Rehabilitation
Die Rehabilitation nach einer totalen Knieprothese ist entscheidend für das Ergebnis. Sie beginnt unmittelbar nach der Operation und wird über mehrere Monate fortgesetzt.
Sofort
Vollbelastung mit Gehhilfen, aktives Beugen und Strecken
Woche 1–2
Gehhilfen reduzieren, Treppensteigen üben, Heimübungen
Woche 3–6
Krückenfrei, Radfahren, Schwimmen, Kraftaufbau
Monat 3–6
Alltagsaktivitäten, leichte Sportarten; Sportarten mit Richtungswechsel sollten erst nach Kraft-, Beweglichkeits- und Beschwerdekontrolle freigegeben werden
Risiken und realistische Erwartungen
Wie jede Operation birgt auch die Knieprothesen-Implantation Risiken. Eine realistische Erwartungshaltung ist wichtig für die Zufriedenheit.
- Thrombose und Lungenembolie (Prophylaxe mit Spritzen und Strümpfen)
- Infektion (wundheilungsstörende Faktoren wie Rauchen, Diabetes erhöhen das Risiko)
- Instabilität oder Lockerung der Prothese über die Jahre
- Nerven- oder Gefäßverletzung (selten)
- Schmerzen, die auch nach der Operation in einem Teil der Fälle weiter bestehen können
- Eine spätere Revision kann je nach Alter, Aktivität, Gewicht, Implantatposition und Knochenqualität notwendig werden.
Eine Knieprothese ist kein natürliches Gelenk. Viele Patienten erreichen eine deutliche Schmerzlinderung und mehr Beweglichkeit, aber die volle Funktion des ursprünglichen Knies wird nicht wiederhergestellt. Sportliche Einschränkungen können bleiben.
Häufige Fragen
Wie lange hält eine Knieprothese?
Viele Knieprothesen zeigen gute Langzeitergebnisse. Die Haltbarkeit hängt von Alter, Aktivität, Gewicht, Implantatposition, Knochenqualität und regelmäßiger Nachsorge ab. Bei jüngeren, sehr aktiven Patienten kann die Haltbarkeit kürzer sein. Regelmäßige Kontrollen sind wichtig.
Wann kann ich wieder arbeiten?
Bürotätigkeit: nach 3–6 Wochen. Körperlich anstrengende Arbeit: nach 3–6 Monaten. Die individuelle Genesung variiert.
Kann ich nach einer TKA Sport treiben?
Radfahren, Schwimmen und Wandern sind meist nach wenigen Monaten möglich. Sportarten mit Richtungswechsel oder Stoßbelastung (Tennis, Fußball, Skifahren) sollten erst nach Kraft-, Beweglichkeits- und Beschwerdekontrolle freigegeben werden.
Was kostet eine Knieprothese?
Für gesetzlich Versicherte übernimmt die Krankenkasse die Kosten. Privatpatienten erhalten nach GOÄ abgerechnet. Bei Zweitmeinung oder speziellen Wünschen (Ein-Bett-Zimmer, Chefarztbehandlung) können Zuzahlungen anfallen.
Was ist der Unterschied zwischen mechanischer und kinematischer Ausrichtung?
Die mechanische Ausrichtung richtet die Prothese nach standardisierten Winkeln aus, die für den Durchschnittspatienten gelten. Die kinematische Ausrichtung berücksichtigt die persönliche Anatomie stärker. Bei geeigneten Patienten kann dies zu einem natürlicheren Gefühl führen. Die Entscheidung hängt von Anatomie, Bandspannung, Achse, Implantatwahl und Behandlungsziel ab.
Termin vereinbaren
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